Die Presse über Matterhorn Mojito

Keiser ist Keiser. Wo Satire draufsteht, ist auch Satire drin. Hingehen! Tagblatt der Stadt Zürich

 

Keisers grosse Kunst ist es, die Pointen so zu setzen, dass sie nicht nur die Lachmuskeln anregen, sondern ebenso die Hirnwindungen. Zürichsee Zeitung


Ein ebenso lustiger wie gescheiter Abend. Tages Anzeiger


Keiser zerlegt unser Weltbild von links bis rechts und mixt dessen Bestandteile gehörig durcheinander. Der Meister der Komik erntete grossen Applaus. NZZ


Unglaubliche Bühnenpräsenz! Neue Fricktaler Zeitung

 

Keiser verspricht "keine politischen Witze!" Zum Glück hält sich der Kabarettist, mit Sicherheit einer der profiliertesten hierzulande, nicht daran. Schweizerische Depeschenagentur

 

Lorenz Keiser hat nichts an Bissigkeit verloren. Seine kabarettistischen Pfeile treffen ins Schwarze! Schaffhauser Nachrichten


In seinem neuesten Programm verzichtet Lorenz Keiser gänzlich auf szenisches Brimborium, sondern setzt fast ausschliesslich aufs Wort. Und das beherrscht er wie kein anderer. Schweizer Feuilletondienst

Keiser-Schmarrn und Soja-Milchreis  

 

Von Bruno Rauch (sfd)

Nichts ist mehr wie früher. Nail-Studio, Tattoo-Shop, Take-Away, Communication-Center, Beauty-Lounge, wohin man blickt. Nein, das ist nicht mehr die Welt, die gestern war. Eine ziemliche lapidare Feststellung, die der agile Mann mit dem etwas gelichteten Krauskopf von der Bühne herab verkündet. So beginnt Lorenz Keisers jüngstes, sein zehntes Programm mit dem gastro-interkulturellen Titel «Matterhorn Mojito».

Der (satirische) Willkommensdrink wird nicht nur uns, dem Publikum im proppenvollen Zürcher Theater am Hechtplatz, kredenzt, er wird auch den Gästen serviert, die man bei Keisers zum Znacht erwartet: drei Paare – Marie-Claire und Piet, Carmela und Totó, Betty und Hamme, der eigentlich Abraham heisst, aber gern Schinken im Teig isst. Getarnt als Fisch natürlich! Die Geladenen – die Namen lassen es erahnen – haben unterschiedliche Herkunftsländer.

Ein über sämtliche Grenzen hinweg taugliches Menu zusammenzustellen, dürfte schwierig sein. Heikler noch als die unterschiedlichen glaubens-und ethniebedingten Essgewohnheiten sind allerdings die individuellen Intoleranzen und Allergien bis hin zum Hardcore-Veganertum. Soja-Milchreis wäre vielleicht die Lösung? Auf zum Kampf zwischen der «essenden Klasse und dem Vegetariat», zu dem sich auch noch ein Asylbewerber gesellt, den die Gattin Lea spontan eingeladen hat.

No politics?

Dieser Kochlöffel-Konflikt bildet nur die lose Klammer des höchst vergnüglichen Abends, der vom Pulikum einiges an Aufmerksamkeit verlangt. Und «Keine politischen Witze!» verspricht. Zum Glück hält sich der Kabarettist, mit Sicherheit einer der profiliertesten hierzulande, nicht daran. Aber er beschränkt sich auch nicht aufs SVP-Bashing. Das natürlich schon – Wobmann, Glarner, Rösti und Martullo kommen dran, aber auch die anderen Parteien kriegen ihr Fett ab.

Mit inhaltlich bis ins Detail ausgefeilten und in feinsten stimmlichen Abstufungen vorgetragenen Formulierungen manövriert Keiser durch die Höhen und Tiefen des Lebens und der helvetischen Befindlichkeit. Er erweist sich einmal mehr als Meister im Verknüpfen von liebevoll-bissigen Beobachtungen alltäglicher Absurditäten mit Themen, die die grosse Welt und die kleine Schweiz umtreiben: Flüchtlingsproblematik, Immigration, Burkaverbot, Islamisierung, Popularisierung…

Lachen und Denken

Der Ruf nach Anpassung der Immigranten wird zielsicher entlarvt durch die gutschweizerische Anpassungssucht, wie Keiser in einem Crashkurs durch die Geschichte wortgewaltig darlegt. Doch ist er keineswegs ein simpler Rundumschläger. Seine grosse Kunst ist, die Pointen so zu setzen, dass sie nicht nur die Lachmuskeln anregen, sondern ebenso die Hirnwindungen.